Diskutiert wurde vor allem das weitere Zusammenwachsen der Geisteswissenschaften im großen Verbund der GND-Normdaten und der damit verbundene Ausbau eines breiten Serviceangebots.
Daher standen am ersten Tag die Dienste und Tools im Mittelpunkt, welche den Aufbau von Vokabularen, das Matching von Daten und die Einbringung von Normdaten in die Gemeinsame Normdatei (GND) zukünftig erheblich erleichtern sollen.
NFDI4Memory stellte etwa das Vokabularregister R:hovono vor. Zentrales Werkzeug der im Aufbau befindlichen GND-Agentur ist zudem die Wikibase-Instanz FactGrid, die sowohl Daten als auch Vokabulare aufnehmen und direkt miteinander verknüpfen kann. Zudem ist eine Auslieferung der Vokabulare in den Terminologie-Service der NFDI oder den Vokabularservice Dante möglich, der ebenfalls vorgestellt wurde.
Ein nächster Ausbauschritt wird die Einspielung von Daten aus FactGrid in die GND sein.
Welche Entitäten (also etwa Personen, Orte, Werke, Körperschaften) oder Normdaten in der GND mit welchen Prämissen, Regularien und Anforderungen durch die verschiedene Communities in der GND eingebracht und/oder gewünscht werden, das war der Diskussionsschwerpunkt der zweiten Session.
Hier wurde jeweils aus der inneren Logik der GND und der Fachwissenschaften auf diese Dinge geblickt und lebhaft diskutiert. Einmal mehr wurde ersichtlich, dass Normdaten für Data Linkage, Erschließung und für das Auffinden von Informationen enorm wichtig sind, Erfordernisse zur wissenschaftlichen Datenkuration, -anreicherung und –analyse allerdings ebenfalls eine gute Vernetzung mit fachspezifischen Vokabularen und Werkzeugen bedürfen.
Beide Seiten durch die GND-Kooperative und NFDI@Humanties in einem integralen und internationalen Vernetzungssystem von Normdaten zu pflegen und auszubauen, ist das gemeinsame Anliegen der GND-Kooperative und der NFDI@Humanities. Dies wurde auch in der dritten Session deutlich sichtbar. Jürgen Kett skizzierte einleitend die Perspektiven der Gemeinsamen Normdatei als Lingua franca der Geisteswissenschaften.
Die hohe Qualität und die Schärfung der fachlichen Qualitätsanforderungen, die eben Zeit und Ressourcen bedürfen, wurde als standardsetzend für die Disziplin diskutiert, sofern es gelingt, das gemeinsame orchestrieren im Verbund über die Bibliotheken hinaus mit den fachwissenschaftlichen Vokabularen und Services zu realisieren. Hier kann die GND-Kooperative über die breiten Beteiligungsformen und ihre GND-Agenturen auch zukünftig gute Impulse innerhalb und außerhalb der Nationalenforschungsdateninfrastrukturen (NFDI) setzen und gemeinsame Datenräume gestalten.
