Call for Applications: Bridging the Gaps: Summer School zu Multilingualität in der Geschichtswissenschaft und Forschungs(daten)infrastrukturen
Datum: 9. bis 11. September 2026
Ort: München, Bayerische Staatsbibliothek
Bewerbungsfrist: 15.06.2026
English Version
Überblick
Historische Forschung ist von Natur aus multilingual. Dennoch basieren unsere digitalen Infrastrukturen und Forschungsabläufe oft auf einsprachigen Annahmen, was technische und methodische „blinde Flecken“ erzeugt. Diese Summer School widmet sich dieser kritischen Schnittstelle. Wir laden historisch arbeitende Forschende, Data Stewards sowie Professionals aus GLAM-Einrichtungen (Galerien, Bibliotheken, Archive und Museen) ein, an einer dreitägigen Summer School teilzunehmen, die sich mit den Herausforderungen und Potenzialen der Mehrsprachigkeit in der (digitalen) Geschichtsforschung und im Datenmanagement befasst.
Ziel dieser Summer School ist es, drohende Lücken zwischen der Entwicklung technischer Infrastrukturen und historischen Forschungs- sowie Datenmanagementpraktiken zu diskutieren und zu schließen. Gemeinsam werden wir den Lebenszyklus multilingualer Forschungsdaten untersuchen, KI-gestützte Methoden wie ATR (OCR/HTR) diskutieren und konkrete Anforderungen an bestehende und zukünftige Informationsinfrastrukturen formulieren.
Die Veranstaltung ist Teil der 4Memory Summer School-Reihe „Linking Data | Linking Communities“.
Wer sollte sich bewerben?
Wir suchen eine vielfältige Gruppe von 15 Teilnehmenden aus Deutschland, um einen disziplinübergreifenden Austausch zu fördern. Wir streben eine gleichmäßige Verteilung auf die drei folgenden Gruppen an:
- Nachwuchsforschende: Fortgeschrittene MA-Studierende, Promovierende und Post-Docs in der Geschichtswissenschaft und historisch orientierten Digital Humanities.
- GLAM-Profis: Fachleute, die in Kulturerbeeinrichtungen arbeiten.
- Data Stewards / FDM-Spezialistinnen und -Spezialisten: Fachkräfte, die Forschungsdaten im akademischen Umfeld verwalten, vorzugsweise in den Geisteswissenschaften.
Teilnehmende erhalten die Möglichkeit, ihre eigenen Forschungsfragen, Projekte oder technischen Herausforderungen im Rahmen einer Poster-Session zu präsentieren.
Was Sie erwartet
Das Programm ist als Mischung aus theoretischem Input, praktischem Training, gemeinschaftlicher Diskussion sowie Vernetzungsmöglichkeiten konzipiert:
- Grundlagen: Einblicke in aktuelle Trends der Infrastrukturentwicklung und die Rolle der Mehrsprachigkeit in der (digitalen) Geschichtswissenschaft, auch am Beispiel relevanter Handlungsfelder der Bayerischen Staatsbibliothek.
- Technische & methodische Best Practices: Umgang mit „technischen Fallstricken“ bei multilingualen Daten – von Kodierung und OCR bis hin zu Zeichensätzen, Schriftartenproblemen und Discovery.
- World Café: Diskussionen in Kleingruppen an Thementischen über Fragen im Zusammenhang mit Mehrsprachigkeit in beschreibenden Metadaten und der Datenmodellierung.
- Hands-on-Session: Praktische Übungen zur Erstellung multilingualer Korpora, zur Normalisierung von Daten und zur Nutzung von Software-Tools für die historische Forschung.
- KI & Quellen: Erkundung von HTR-Tools (z. B. Transkribus, eScriptorium) und des Potenzials von Multimodalen Large Language Models (MLLMs) für ressourcenarme Sprachen.
- Reflektierende Diskussionen: Ein Round Table über digitalen Monolingualismus von Infrastrukturen sowie dekoloniale Perspektiven auf Datenmodellierung und Geschichtsforschung.
- Community-Output: Eine „Wrap-up“-Session zur Formulierung gemeinsamer Anforderungen an multilinguale technische Infrastrukturen, mit der Möglichkeit, dies in ein 4Memory Working Paper einfließen zu lassen.
Postersession & Netzwerken: Die Teilnehmenden erhalten Raum, ihre eigenen Forschungsprojekte und Arbeitsfragen im Kontext von Mehrsprachigkeit zu präsentieren und zu diskutieren.
Bewerbungsvoraussetzungen
Bitte reichen Sie für Ihre Bewerbung die folgenden Unterlagen in einem einzigen PDF-Dokument ein:
- Einen kurzen Lebenslauf (max. 2 Seiten).
- Ein Motivationsschreiben (max. 1/2 Seite), in dem Sie Ihr Interesse am Thema, Ihren Hintergrund (Forschende, GLAM-Profi oder Datenmanagerin/Datenmanager) erläutern und darlegen, wie Sie zur Diskussion über multilinguale Forschungsdaten beitragen möchten.
Im Falle einer Zusage wird erwartet, dass Sie ein Poster zu Ihren eigenen Forschungsfragen, Projekten oder technischen Herausforderungen mitbringen und präsentieren.
Bitte senden Sie Ihre Bewerbung bis zum 15.06.2026 an: ta2-nfdi4memory(at)bsb-muenchen.de
Kosten & Logistik
- Die Summer School findet in München an der Bayerischen Staatsbibliothek statt.
- Es wird keine Teilnahmegebühr erhoben.
Fahrtkosten werden in voller Höhe erstattet; für die Unterkunft wird ein substanzieller Zuschuss gewährt.
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung und darauf, gemeinsam mit Ihnen die Zukunft multilingualer Forschungsdaten in den historisch arbeitenden Wissenschaften zu erkunden!
Kontaktinformationen
Bayerische Staatsbibliothek
4Memory-Team
Dr. Arnošt Štanzel
ta2-nfdi4memory(at)bsb-muenchen.de
