Historische Daten sind selten eindeutig. Quellen sind lückenhaft, widersprüchlich oder nur indirekt aussagekräftig. Dennoch erscheinen historische Befunde in digitalen Forschungsumgebungen oft als klare Datensätze: ein Datum, ein Ort, ein Ereignis oder eine Organisationseinheit. Besonders digitale Karten können dabei eine räumliche und zeitliche Eindeutigkeit suggerieren, die die Quellenlage nicht hergibt.
IDOHIST setzt hier an. Die webbasierte Forschungsinfrastruktur dokumentiert den Weg von der Quelle zur historischen Aussage und ihrer Visualisierung. Sie unterscheidet zwischen Quelle, Deutung und Ableitung und erfasst sogenannte Paradaten: Informationen über Entscheidungen, Annahmen und Bewertungen, durch die aus Quellenbefunden historische Aussagen entstehen.
Im Vortrag stellen wir Konzept und Infrastruktur von IDOHIST vor. An vorbereiteten Beispielen zeigen wir, wie unsichere Datierungen, indirekte Verortungen, widersprüchliche Quellenangaben und konkurrierende Interpretationen modelliert und kartografisch sichtbar gemacht werden können. Im Hands-On-Teil arbeiten die Teilnehmenden selbst mit ausgewählten Fällen und diskutieren, welche Informationen als Daten, Metadaten oder Paradaten erfasst werden sollten.
Die Session vermittelt konzeptionelle Grundlagen und praktische Einblicke in eine Infrastruktur, die quellenkritisches Arbeiten dokumentiert und visualisiert.
Keine technischen Vorkenntnisse erforderlich.
Einwahldaten:
Teilnahmelink: https://uni-trier.zoom-x.de/j/69148560192?pwd=ZUVjclY2V1JibXhFYVk1VGgrdE9qdz09
Presentation room
Meeting-ID: 691 4856 0192
Kenncode: M0gcpwTh
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