Die DHd gehört jedes Jahr zum festen Programm für NFDI4Memory und unsere Kolleg:innen, so waren wir auch in diesem Jahr mit einigen Workshops und Postervorstellungen in Wien vertreten. Im Folgenden geben wir einen kleinen Rückblick auf die Beiträge von NFDI4Memory während der Konferenzwoche:
Workshop: Kontext und Klarheit: Fachspezifische Metadaten für offene Bildungsressourcen (OER) zu Data Literacy
Referent*innen: Grigori Chlesberg (HERMES), Jonathan Geiger (NFDI4Culture), Petra Steiner (DALIA) und Laura Döring (NFDI4Memory)
In dem halbtägigen Workshop wurde der Frage nachgegangen, wie fachspezifische Metadaten für Geschichts-, Medien-, Literaturwissenschaften und die Fachhochschuldidaktik aussehen könnten, um die Auffindbarkeit, Nachvollziehbarkeit und Nachnutzung offener Bildungsressourcen (OER) zu unterstützen.
DHd-AG Aktivitäten: Gründungstreffen der AG OER.Net
Referent*innen: Moderation in Wien (Grigori Chlesberg und Laura Döring), Digital (Marina Lemaire)
Das hybride Treffen der OER.Net – AG diente der Vernetzung und Weiterentwicklung gemeinsamer Aktivitäten im Bereich offener Bildungsressourcen (OER). Zentral diskutiert wurde die Frage nach einer AG-Gründung im DHd-Verband, der Ausrichtung des Netzwerks im Hinblick auf das Projektende der Datenkompetenzzentren 2026 und die Vernetzung mit weiteren Akteur*innen im Bereich offene Bildungsressourcen, Forschungsdatenmanagement und Data Literacy.
Workshop: DOI-Stories: Erfolgreich Daten Publizieren in den DH
Organisator*innen und Referent*innen: Fabian Cremer*, Patrick Helling*, Jan Horstmann, Melanie Seltmann, Timo Steyer, Sibylle Söring (Weitere Referentin: Constanze Buyken*)
*= für 4Memory tätig (Cremer und Buyken: IEG Mainz, TA Participation & Steering; TA Data Quality: Data Editorial Framework, TA Data Culture: FAIR Data Fellowships; Helling: TA Data Culture FAIR Data Fellowships)
Der Workshop bot eine lebendige Plattform, um die vielfältigen Praktiken, Hürden und Erfolgsfaktoren der Publikation von Forschungsdaten in den Geisteswissenschaften zu diskutieren. Ziel war es, anhand konkreter Fallbeispiele („DOI-Stories“) Einblicke in Datenpublikationsprozesse zu gewinnen, um eine Best-Practice-Sammlung zu erstellen, die sowohl technische als auch ideelle Aspekte der Veröffentlichung berücksichtigt. Ein zentraler Baustein des Workshops war die Präsentation von Fallbeispielen aus der Praxis, die von den Referent:innen vorgestellt wurden. Eines der Beispiele stammte aus den NFDI4Memory FAIR Data Fellowships 2024, die das IEG im Rahmen der Task Area Data Culture betreut hat.
Der Workshop war geprägt von einer regen und konstruktiven Diskussion mit den Teilnehmenden, die selbst von ihren Erfahrungen als Forschende, Data Stewards, Bibliothekar:innen und Projektleitenden berichteten. In einer praktischen Arbeitsphase erstellten die Teilnehmenden eigenständig DOI-Stories anhand der vorgestellten Struktur, die dazu beitragen werden, Herausforderungen und Unterstützungsbedarfe intensiver zu untersuchen und auf eine breitere Erfahrungsbasis zu stellen, um schließlich best practices zu erarbeiten.
Eine zentrale Erkenntnis war, dass trotz steigender Erwartungen an Open Science und der zunehmenden Bedeutung von Forschungsdaten in den Geisteswissenschaften und insbesondere in den Digital Humanities Datenpublikationen weiterhin eine Ausnahme sind. Im Vergleich zu anderen Publikationsformen beobachteten die Leiter:innen des Workshops noch immer eine mangelnde Anerkennung von Datenpublikationen im Karriereverlauf. Weitere hemmende Faktoren, die in der Diskussion mit den Teilnehmenden aufschienen sind zudem teils unklare infrastrukturelle Rahmenbedingungen und innerhalb der eigenen Institutionen fehlende Standards und Prozesse sowie die Unsicherheit, was genau publiziert werden sollte und wie. Es fehlt eine flächendeckende Unterstützung, diese Unsicherheiten zu adressieren und Hürden zu überwinden.
Was wir für unsere Arbeit in 4Memory aus dem Workshop mitnehmen:
Die Ergebnisse des Workshops leisten auch einen wichtigen Beitrag für die langfristigen Ziele von 4Memory und die Erkenntnisse fließen direkt in die Arbeit des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte, des Herder Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung und des Deutschen Museums innerhalb der Task Area Data Quality ein: Sie liefern einen fundierten, communitybasierten Baustein für die Entwicklung eines anschlussfähigen und praxisorientierten Frameworks für Datenpublikationsprozesse und Unterstützungskonzepte.
Abstract: Cremer, F., Helling, P., Horstmann, J., Seltmann, M., Steyer, T., & Söring, S. (2026, Februar 20). DOI-Stories: Erfolgreich Daten Publizieren in den DH. DHd 2026 Nicht nur Text, nicht nur Daten (DHd2026) (DHd2026), Wien, Österreich. https://doi.org/10.5281/zenodo.18702767
Neben den beiden Workshops stellten die Task Area Data Literacy und Data Connectivity auch Poster vor:
Postervorstellung: HISTOFOX
Vertreten durch: Laura Döring
In der Postersession wurde das Informations-, Lern- und Lehrportal für Datenkompetenzen in den historisch arbeitenden Disziplinen (HISTOFOX) vorgestellt.
Postervorstellung: „Status quo: geschichtswissenschaftliche Forschungsdaten in Repositorien“
Vertreten durch: Marta Koscielniak, Florian Siemund
Das Poster präsentierte erste Ergebnisse, die aus einer Zusammenstellung von Forschungsdatenrepositorien mit Relevanz für die historisch arbeitenden Wissenschaften resultieren. Dazu zählen in den Repositorien beobachtete Forschungsdatentypen und Dateiformate sowie darin vertretene (Sub-)Disziplinen. Diese Angaben wurden im Rahmen der domänenzentrierten Anforderungsanalyse zur 4Memory-Ontologie (MemO) für den Data Space erhoben.
Zugrundeliegende Publikation: Koscielniak, M., Siemund, F., & Stanzel, A. (2026). Übersicht von Forschungsdatenrepositorien mit Relevanz für die historisch arbeitenden Wissenschaften (1.0). Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.18681114
Vergabe der NFDI4Memory-Reisestipendien
Wir freuen uns, dass wir auch zu dieser DHd jungen Nachwuchswissenschaftler:innen, die Möglichkeit des Konferenzbesuchs durch die 4Memory Early Career Travel Grants ermöglichen konnten.
Thorsten Wübbena (IEG Mainz) überreichte stellvertretend für 4Memory die Zertifikate.
Wir gratulieren ganz herzlich und sind gespannt auf die Eindrücke der Stipendiat:innen.
Im Rahmen der Early Career Travel Grants (ECTG) von NFDI4Memory produzieren die Stipendiat:innen vielfältige Arten von begleitenden Outputs, die Licht auf die von ihnen besuchten Veranstaltungen werfen. Eine Übersicht der bereits erschienenen Artikel findet sich auf der Unterseite der Reisestipendien auf unserer Website.
