NFDI4Memory FAIR Data Fellowships
Passgenaue und individuelle Unterstützung für die eigenständige Aufbereitung historischer Forschungsdaten
Forschungsdaten erhoben für ein geschichtswissenschaftliches Projekt, aber sie schlummern ungenutzt auf externen Festplatten oder in irgendeinem Unterordner? Für alle, die das ändern möchten, gibt es die NFDI4Memory FAIR Data Fellowships. Die bis zu elf Fellows arbeiten ihre historischen Forschungsdaten mit Beratung von Expert:innen im Forschungsdatenmanagement bis zur Publikation auf.
Die einmonatigen Fellowships sind mit je 1.500,- Euro dotiert und können remote stattfinden. Sie richten sich an alle Historiker:innen und historisch Arbeitenden egal mit welchen Vorkenntnissen – entscheidend ist die Motivation, die eigenen historischen Forschungsdaten aktiv mit der Community teilen zu wollen.
Unterstützt werden die Fellows bei der Aufbereitung eigener Forschungsdaten aus abgeschlossenen oder kurz vor Abschluss stehenden Projekten von Expert:innen des Data Center for the Humanities an der Universität zu Köln, des Deutschen Museums, des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft, des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte und der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel.
Die Fellows erhalten Beratung zu den FAIR-Prinzipien, geeigneten Strukturierungsmöglichkeiten sowie zu passenden Repositorien für die Publikation ihrer Forschungsdaten. Am Ende des Fellowships sollte ein strukturiertes und publikationsfähiges Datenset stehen. Ihre Erfahrungen teilen die Fellows, z.B. in Form von Blogbeiträgen, mit der historisch arbeitenden Community.
Bewerben können sich – je nach durchführender Einrichtung – Masterstudierende, Doktorand:innen, PostDocs, Mitarbeitende von Museen, Bibliotheken, Archiven, Universitäten und weiteren Forschungseinrichtungen sowie freie Historiker:innen. Die unterschiedlichen Bewerbungsvoraussetzungen und inhaltlichen Schwerpunkte an den fünf durchführenden Einrichtungen sind bei der Bewerbung zu berücksichtigen. Internationale Bewerbungen sind willkommen.
Die FAIR Data Fellowships werden bis einschließlich 2027 jährlich ausgeschrieben. Allgemeine Fragen und Anliegen zu den FAIR Data Fellowships beantwortet die NFDI4Memory-Ansprechpartnerin innerhalb der Task Area Data Culture Christiane Weber (weber(at)historikerverband.de). Die nächste Ausschreibung findet im Herbst 2026 statt.
FAQs zu den FAIR Data Fellowships
Für ein FAIR Data Fellowship können sich alle bewerben, die ein Datenset aus der eigenen Forschung mit geschichtswissenschaftlichem Bezug mitbringen, das sie zur Publikation aufbereiten und zur Nachnutzung zur Verfügung stellen möchten. Die Datenerhebung muss bereits abgeschlossen sein und der Datensatz im Rahmen des einmonatigen Fellowships zur Publikationsreife gebracht werden können.
Grundsätzlich richten sich die Fellowships an alle Statusgruppen: Masterstudierende, Doktorand:innen, PostDocs, Mitarbeiter:innen von Museen, Bibliotheken, Archiven, Universitäten und weiteren Forschungseinrichtungen sowie freie Historiker:innen.
Alle Bewerbungen gehen zunächst an die zentrale Emailadresse fairdatafellowships.4memory.ifg(at)hu-berlin.de. Von dort werden sie an die Einrichtungen weitergeleitet, die die Bewerber:innen angegeben haben. Diese sichten die Bewerbungen zuerst für sich und legen ein Ranking fest. Die finale Auswahl aller Fellows erfolgt dann bei einem gemeinsamen Treffen aller Einrichtungen.
Alle Einrichtungen, die sich an den NFDI4Memory FAIR Data Fellowships beteiligen, bringen neben allgemeinen Kompetenzen im Forschungsdatenmanagement zusätzliche Expertise für klar umrissene Themenbereiche ein. Daher kann jede Einrichtung in besonderem Maße bei spezifischen Fragen zu einem Datenset beraten.
Sprechen Sie gerne im Vorfeld mit den Einrichtungen, ob Ihr Datenset zur Einrichtung passt. Es gilt – grob gesagt – folgende Verteilung:
Data Center for the Humanities an der Universität zu Köln = audiovisuelle Sprachdaten, Datensets mit einem Bezug zu indigenen Kulturen
Deutsches Museum = objekt- und museumsorientierte historische Forschung, Wissenschafts-, Umwelt- und Technikgeschichte
Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung - Institut der Leibniz-Gemeinschaft = Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas, Infrastrukturaufgaben des Instituts und Digital History
Herzog August Bibliothek = digitale Editionen, europäische Kulturgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit (Handschriften, Drucke)
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte = europäische Geschichte von der Frühen Neuzeit bis in die Zeitgeschichte
Grundsätzlich sollten Sie die Einrichtung nennen, zu der Ihr Datenset thematisch am Besten passt. Wenn es mehrere Anknüpfungspunkte gibt, können optional auch zwei Einrichtungen genannt werden. Die Auswahl der Fellows erfolgt gemeinsam, das heißt die Verantwortlichen besprechen die Bewerbungen zusammen und tauschen sich aus. Sie können auch Bewerbungen an eine Einrichtung weitergeben, an der ein Datenset besser aufgehoben ist.
Auf jeden Fall und sogar sehr gerne! Alle Ansprechpartner:innen stehen im Vorfeld der Bewerbung für Gespräche zur Verfügung, um über die Fellowships allgemein, aber auch über das Datenset zu sprechen, das die Bewerber:innen einbringen.
Wann das einmonatige Fellowship angetreten wird, besprechen die Fellows individuell mit ihren Ansprechpartner:innen an den Einrichtungen. Es kann dabei auf andere Verpflichtungen Rücksicht genommen werden, solange das Fellowship innerhalb des Kalenderjahre durchgeführt wird. Bereits in der Bewerbung können gerne Wunschzeiträume angegeben werden.
Ein Datenset aus einem eigenen historischen Forschungsprojekt ist Voraussetzung, um sich auf die FAIR Data Fellowships zu bewerben. „Datenset“ kann dabei Verschiedenes bedeuten, wie z. B.vorstrukturierte Tabellen in MS Excel oder MS Access, Datenbanken und Datenbankexporte, annotierte Text- und Bildkorpora, Netzwerkanalysen, Visualisierungen, Transkripte, Transliterationen oder Annotationen. Die Fellowships sind nicht dafür gedacht, Quellen erst zu erschließen.
Für alle, die (noch) kein Datenset haben, aber dennoch Unterstützung bei allen Fragen rund ums Forschungsdatenmanagement erhalten möchten, ist die offene Frag4Memory-Sprechstunde die zentrale Anlaufstelle. Einmal im Monat beantworten Expert:innen Fragen in einem geschützten, vertraulichen Raum. Informationen und Anmeldemöglichkeit gibt es unter https://4memory.de/unterstuetzung/offene-sprechstunde/.
FAIR Data Fellows
Am Anfang stand die beeindruckende Zahl 58. So viele Bewerbungen – fast doppelt so viele wie im Vorjahr – gingen bei NFDI4Memory für die dritte Runde der FAIR Data Fellowships im Jahr 2026 ein. Dies ist ein deutliches Zeichen, dass die Community historisch arbeitender Fächer den Wert aufbereiteter und publizierter Forschungsdaten sieht. Mehr und mehr Historiker:innen und Mitarbeitende in historisch arbeitenden Institutionen wie Bibliotheken, Museen und Archive legen Wert darauf, die in eigenen Projekten erhobenen Daten auch anderen Forscher:innen zugänglich zu machen. Wie attraktiv insbesondere die remote stattfindenden Fellowships sind, zeigt die zunehmende Zahl internationaler Bewerbungen.
Insgesamt begrüßen die beteiligten Einrichtungen 2026 zwölf Fellows. Zusätzlich zu den acht regulär geförderten Fellowships stellt das Konsortium aufgrund der großen Resonanz der Community vier weitere Fellowships zur Verfügung. Zum einen betreut das Data Center for the Humanities, das 2025 als Partnereinrichtung hinzugestoßen ist, auch in diesem Jahr wieder zwei Fellows. Zum anderen waren Quantität und Qualität der Bewerbungen in der dritten Runde so hoch, dass das Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft und das Deutsche Museum jeweils eine:n zusätzliche:n Fellow ausgewählt haben.
Die Fellows bringen thematisch vielfältige Datensets mit, die zum großen Teil aus Dissertationsprojekten hervorgegangen sind. Dabei überspannen die Datensets vielfältige Epochen und Regionen und basieren auf unterschiedlichen Quellen – von Oral-History-Interviews über Websites und frühneuzeitliche Illustrationen bis hin zu Textkorpora und Personendatenbanken, um nur einige exemplarisch zu nennen.
Das Data Center for the Humanities begrüßt zwei Fellows, welche die beiden thematischen Expertisen der Einrichtung widerspiegeln: Lukas Schretter forscht mit Oral-History-Interviews zum SS-Verein „Lebensborn“ im Nationalsozialismus und Anne Ebert arbeitet mit den Audioaufnahmen einer deutschen Ethnologin, die seit einem halben Jahrhundert das bedrohte Ritualwissen von Maya-Gemeinden Yucatáns bewahrt.
Das Deutsche Museum freut sich auf die Zusammenarbeit mit gleich drei Fellows: Anya Shchetvina macht die aktivistische Seite des Internets stark mit ihrer Datenbank von Manifesten, die seit den 1980er Jahren u.a. von Künstler:innen, Hacker:innen und Tech-Enthusiast:innen (online und analog) über das Internet veröffentlicht wurden. Zeithistorisch ist auch Lea Frese-Renner aufgestellt, die auf die Auseinandersetzung mit der DDR in den frühen Jahren des World Wide Webs blickt. Dies ist ein gutes Beispiel, wie gerade die zeitgeschichtliche Forschung das Internet als Quelle systematisieren und auswerten kann. Anica Skibba geht mit ihrem Baedeker Reisehandbuch in das Berlin des Jahres 1921 zurück.
Historische Ämter und Karriereschritte stehen bei den beiden Fellows am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte im Zentrum. Bei Naomi Beutler ist es die Vergabe von Kirchenämtern in Barcelona in der Mitte des 17. Jahrhunderts und bei Lena Frewer die Lebenswege von Juristen im 18. Jahrhundert.
Am Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft wird Magdalena Eriksröd-Burger ihr Datenset zu bildenden und angewandten Künstlerinnen im Prag der Zwischenkriegsjahre unter anderem mit Normdaten anreichern. Auch bei den beiden weiteren Fellows dreht es sich um Personendatenbanken: Im Zentrum des Datensets von Irina Nicorici stehen 200.000 rumänische Jüd:innen, die zwischen 1938 und 1948 durch juristische Verfahren zu Staatenlosen erklärt wurden. Carolin Piorun widmet sich in ihrem einmonatigen Fellowship der von ihr erstellten Mitgliederdatenbank des jiddischen PEN-Clubs, eine 1927 gegründete internationale Schriftsteller:innenvereinigung, und ihrer vielfältigen örtlichen und zeitlichen Ausdehnung in Zeiten von Flucht, Migration und Diaspora.
An der Herzog August Bibliothek wird Noga Shlomi mit 20.000 Illustrationen aus frühneuzeitlichen Astronomiebüchern das zahlenmäßig umfangreichste Datenkorpus dieser Fellowshiprunde bearbeiten. Evina Steins Fellowshipdatenset hat einen direkten Bezug zur Bibliothek: Von den über 500 erhaltenen Ausgaben der im 7. Jahrhundert entstandenen Enzyklopädie „Etymologiae“ von Isidor von Sevilla, die sie recherchiert hat, befinden sich neun heute in Wolfenbüttel. Sie bereitet ihre Übersicht der Fundorte für weitere Forschungen auf.
Das Team der betreuenden Einrichtungen sowie der Task Area Data Culture freut sich über die wachsende Resonanz auf die NFDI4Memory FAIR Data Fellowships. Sie bieten einen Ausgangspunkt sowohl für Forscher:innen, deren Datensets noch am Anfang der Aufbereitung stehen, als auch für jene, deren Datensets spezifische Fachfragen zum Datenmanagement aufwerfen, die mit Expert:innen gemeinsam beantwortet werden können. Alle verfolgen ein gemeinsames Ziel: durch die Publikation fachspezifisch dokumentierter und weitgehend standardisierter Datensets weitere Forschung sowie Nachnutzung der Daten zu ermöglichen.
Fellow | Thema | Veröffentlichung | |
| Naomi Beutler | Das Benefizialwesen in Barcelona zur Krisenzeit – Strukturen, Netzwerke und Akteure zur Zeit des Schnitterkrieges 1640–1659 | ||
| Anne Ebert | Ethnologische Tonaufnahmen zur Maya-Kultur | ||
| Magdalena Eriksröd-Burger | Kulturelle Positionen und kreative Positionierungen. Akteurinnen im künstlerischen Feld in Prag (1918–1938) | ||
| Lea Frese-Renner | Formen der digitalen Auseinandersetzung mit der DDR im frühen WWW | ||
| Lena Frewer | Juristische Karrieren im Umfeld des Wetzlarer Reichskammergerichts (1693–1806) | ||
| Irina Nicorici | Romanian Jews and the Politics of Statelessness, 1938–1948 | ||
| Carolin Piorun | Die Mitglieder des jiddischen PEN-Clubs (1920er–1990er Jahre) | ||
| Lukas Schretter | Oral-History-Interviews zum Thema „Lebensborn“ | ||
| Anya Shchetvina | Internet Manifestos byArtists, Activists and Marketers (1980ies – 2020ies) | ||
| Noga Shlomi | Early Modern Astronomy Textbooks | ||
| Anica Skibba | Reisehandbuch „Baedekers Berlin und Umgebung“ (1921) | ||
| Evina Stein | Surviving Early Medieval Manuscripts of the Latin encyclopaedia “Etymologiae” of Isidore of Seville |
Straßennamen, Gästebucheinträge, Interviews mit Holocaust-Überlebenden, Briefe von Jugendlichen, Grabsteine aus dem 16. Jahrhundert, Bittbriefe, Berliner Fahrplanbücher, bedrohte Sprachen Indiens und Tourismusanfragen auf EU-Ebene – auch die zweite Runde der NFDI4Memory FAIR Data Fellowships verspricht spannende Datensätze zu einer Vielzahl historischer Themen, Methoden und Epochen. Elf vor allem Promovierende und PostDocs aus den Geschichtswissenschaften haben sich im internationalen Bewerber:innenfeld durchgesetzt und beginnen ab März 2025 ein NFDI4Memory FAIR Data Fellowship.
In den einmonatigen Fellowships werden sie von Expert:innen im Forschungsdatenmanagement am Data Center for the Humanities der Universität zu Köln, am Deutschen Museum, am Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft, an der Herzog August Bibliothek oder am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte betreut. Wie in der ersten Runde 2024 werden während der Beratung individuelle Lösungen für die jeweiligen Datensets erarbeitet. Die Fellows publizieren ihre eigenständig aufbereiteten Datenpakete und machen sie so für weitere Forschungen zugänglich. So kann die akribische Arbeit, die die Fellows investiert haben, in Form der publizierten Daten Grundlage weiterführender Forschung werden.
Erstmals als betreuende Einrichtung ist dieses Jahr das Data Center for the Humanities (DCH) an der Universität zu Köln dabei. Mit einem Fokus auf audiovisuelle Daten sowie Forschung im Kontext indigener Kulturen bringen sie Expertise zu neuen Themenfeldern mit und erweitern so das Spektrum, in dem die NFDI4Memory FAIR Data Fellowships konkrete Unterstützung leisten können.
Nach den positiven Erfahrungen der ersten Fellowshiprunde freuen sich die fünf Einrichtungen nun auf die insgesamt elf neuen Fellows. Die Herzog August Bibliothek (HAB) betreut Hans Baumann und seine Transkriptionen von Briefen Jugendlicher, die von ihren „Sprachreisen“ in Frankreich in der Frühen Neuzeit berichten. Maja Rothard hat sich dem Thema nächtliche Begräbnisse angenommen und wird einen auf Archivauswertungen von Bittschriften (Suppliken) basierenden Datensatz strukturieren.
Am Leibniz Institut für Europäische Geschichte (IEG) wird Orysia Vira ihr vier Jahrhunderte umspannendes Datenset mit 5000 Straßennamen aus der ukrainischen Stadt Lviv bearbeiten. Zeynep Arslan Çalık hat in Wiener Archiven die Wege von Muslim:innen aus dem Osmanischen Reich um 1800 in Ländern der Habsburger Monarchie untersucht und ein Datenset erstellt, das im Zentrum ihres Fellowships steht. Elisa Tizzioni bringt an das IEG ein Datenset mit, das sie basierend auf Anfragen aus den 1980er und 1990er Jahren an das EU-Parlament zum Thema Tourismus erstellt hat. Was uns besonders freut: Das dritte Fellowship wurde auf Grund der hohen Qualität der Bewerbungen zusätzlich aus Mitteln des IEG ermöglicht.
Das Data Center for the Humanities (DCH) an der Universität zu Köln bringt seine Expertise bei der Beratung von Swati Guha und ihrem Projekt rund um bedrohte Sprachen in Indien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein. Zeitzeug:inneninterviews stehen bei dem zweiten Fellow am DCH im Zentrum: Florian Duda hat in seinem Promotionsprojekt die Videoaufnahmen von Holocaust-Überlebenden in Hinblick auf darin gezeigte Mimik und Emotionen untersucht. Am DCH wird er neben den Forschungsdaten auch selbst entwickelte Tools für die Publikation vorbereiten.
Welche Stationen im Berliner Nahverkehrsnetz zwischen Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Mauerfall angefahren wurden, hat Noah Baumann untersucht. Sein Datenset bereitet er am Deutschen Museum (DM) zur Publikation auf. Auch Sebastian Knoll-Jung wird in München als Fellow betreut und bringt ein Datenset zu den über 1600 Projekten mit, die zwischen 1974 und 1989 im Rahmen des Bundesprogramms „Humanisierung des Arbeitslebens“ gefördert wurden.
Das Herder-Institut (HI) ist in dieser Fellowshiprunde mit den beiden FAIR Data Fellows Eva Jarošová und Matthias Melcher stark im tschechischen Kontext verankert. Eva Jarošová bringt ein Projekt zu Prager Grabsteinen in der Frühen Neuzeit mit. Matthias Melcher hat das Gästebuch des für die tschechische Nationalbewegung wichtigen Fundorts der Königinhofer Handschrift ausgewertet, das er unter anderem mit Georeferenzierungen anreichern möchte.
Wir sind gespannt auf die kommenden Monate und werden auch in diesem Jahr wieder meet and greet-Angebote planen, um die Erfahrungen rund um die Fellowships mit der Community zu teilen, auch damit viele Menschen mit historischen Forschungsdaten Lust auf eine Bewerbung für die NFDI4Memory FAIR Data Fellowships 2026 bekommen.
Fellow | Thema | Veröffentlichung | |
| Hans Baumann | Fremdspracherwerb im Spiegel von Briefen deutschsprachiger Jugendlicher und junger Erwachsener im Kontext von Auslandsaufenthalten in der Frühen Neuzeit | ||
| Noah Baumann | Entwicklung des Berliner Nahverkehrsnetzes (1945–1989) | Noah Jefferson Baumann: Berliner Nahverkehrsnetz 1946-1989: Transkribierte Fahrplandaten aus dem geteilten Berlin (1.0.1.) [Data set]. Zenodo, 2025 https://doi.org/10.5281/zenodo.17444654 | |
| Zeynep Arslan Çalık | Mobility of Muslim Ottoman subjects in Habsburg Territories (1772–1826) | ||
| Florian Duda | Emotionen und Mimik in Zeitzeug:inneninterviews von Holocaust-Überlebenden | ||
| Eva Jarošová | Prager Grabsteine (1500–1650) | ||
| Sebastian Knoll-Jung | Wirkungsgeschichte des Bundesprogramms „Humanisierung des Arbeitslebens“ (1974–1989) | ||
| Matthias Melcher | Gästebuch des Fundorts der Königinhofer Handschrift im 19. Jahrhundert | Melcher, Matthias (2026): The Queenscourt Manuscript Chamber Guestbook, 1861-1919. Collegium Carolinum. DOI: 10.15463/djfpx4y368xww7n3 | |
| Maja Rothardt | Nächtliche Begräbnisse in der reformierten Grafschaft Lippe im 18. Jahrhundert | ||
| Elisa Tizzioni | Tourismuspolitik des EU-Parlaments (1979 –1999) | Elisa Tizzoni: Europe Goes on Holiday. The European Parliament’s contribution to the making of a common tourism policy (1.0) [Data set]. Zenodo, 2025, https://doi.org/10.5281/zenodo.15096327 und Elisa Tizzoni: Europe Goes on Holiday: Potenziale und Herausforderungen der Aufbereitung von Daten über den Beitrag des Europäischen Parlaments zur gemeinsamen Tourismuspolitik, in: DH Lab, 25.04.2025, https://dhlab.hypotheses.org/6991. | |
| Orysia Vira | Straßennamen in Lviv/Ukraine vom 14. bis 18. Jahrhundert | Orysia Vira: Street names as data in the case of Lviv (1.0) [Data set]. Zenodo, 2025 https://doi.org/10.5281/zenodo.17512160 | |
Die 4Memory FAIR Data Fellowships wurden 2024 erstmals ausgeschrieben.
Mit 41 Bewerbungen aus Deutschland, Indien, Italien, Litauen, Großbritannien, Spanien, Tschechien, den USA und Österreich wurde die erste Ausschreibung gut angenommen. Die Auswahlkommission für die NFDI4Memory FAIR Data Fellowships aus Vertreterinnen des Herder-Instituts, des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte, dem Deutschen Museum und der Herzog August Bibliothek wählte elf Fellows aus: Christian Günther und Lena Filzen am Deutschen Museum, Annika Bärwald, Florian Probst und Martin Prell beim Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Constanze Keilholz und Sarah Lang an der Herzog August Bibliothek sowie Tomasz Jankowski, Maria Levchenko, Tim Buchen und Tomash Shtohryn am Herder-Institut.
Die Datensets spiegeln die Diversität in den Geschichtswissenschaften wider: Virtual-Reality-Apps von Gedenkstätten, Protokolle wissenschaftlicher Gesellschaften im frühen 18. Jahrhundert, Fragen rund um die Buchgestaltung des 16. Jahrhunderts, alchemiegeschichtliche Quellen der Frühneuzeit, Literaturveranstaltungen in St. Petersburg zwischen 1999 und 2019, Zensusangaben zur jüdischen Bevölkerung in Kurland 1803/1804, Reisetagebücher von Kavalierstouren in den 1740er Jahren, (zwangs)umgesiedelte Familien im „Reichsgau Wartheland“, Rechnungsbücher adliger Güter in der Vormoderne, ostmitteleuropäische Diskettenmagazine in den 1989/1990er Jahren und Menschen nicht-europäischer Herkunft, die die Verbindung zwischen Hamburg und der Sklaverei zwischen 1760 und 1840 verdeutlichen, finden sich in den bearbeiteten Datensets.
Wir freuen uns über den Start der ersten Fellows und planen ein Format, in dem sie Interessierten über ihre Erfahrungen berichten. Noch eine wichtige Informationen für alle, die selbst gerne mit Unterstützung ein Datenset publikationsfähig aufbereiten möchten: Die NFDI4Memory FAIR Data Fellowships 2025 werden im Herbst diesen Jahres erneut ausgeschrieben.
Fellow | Thema | Veröffentlichung |
| Annika Bärwald (Leibniz-Institut für Europäische Geschichte) | Hamburger Verbindungen zur Sklaverei und die Präsenz von Menschen nicht-europäischer Herkunft im Hamburger Raum, 1760 bis 1840 | Annika Bärwald und Josefa Cassimo (29. November 2024). Minderheitengeschichten digital: Über den Versuch, prosopografische Daten zu nicht-weißen Menschen im Hamburger Raum aufzubereiten. DH Lab. Abgerufen am 29. November 2024 von https://dhlab.hypotheses.org/?p=5756 Datenset auf Zenodo: Bärwald, A. (2024). Menschen afrikanischer, asiatischer sowie indigen- und afrikanisch-amerikanischer Herkunft im Hamburger Raum, 1760 bis 1840 (1.0) [Data set]. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.13318708 |
| Tim Buchen (Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung) | „Hofzuteilungslisten“ enteigneter polnischer Familien im „Reichsgau Wartheland“ | Rümmler, Arne, Buchen, Tim, Sachunsky, Robert und Kaisa Langer: Migration and Expulsion in the Reichsgau Wartheland (2024). Zenodo. https://zenodo.org/records/13789648 |
| Lena Filzen (Deutsches Museum) | Sitzungsprotokolle einer wissenschaftlichen Gesellschaft im frühen 18. Jahrhundert in Frankfurt am Main | Datenset auf Zenodo: Filzen, L. (2025). Embryologiebetrachtungen einer frühneuzeitlichen wissenschaftlichen Gesellschaft, 1727-1730 [Data set]. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.15789277 |
| Christian Günther (Deutsches Museum) | Authentifizierungsstrategien in Virtual-Reality-Apps von Gedenkstätten | |
| Tomasz Jankowski (Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung) | Kurlandzensus 1803-1804 | Jankowski, Tomasz M. Courland Census Microdata, 1803–1804. 18 Dec. 2024, https://doi.org/10.57882/20241218-000. |
| Constanze Keilholz (Herzog August Bibliothek) | Das Frontispiz in der Kunstliteratur vor 1600 | |
| Sarah Lang (Herzog August Bibliothek) | Erschließung alchemiegeschichtlicher Quellen in frühneuzeitlichen Drucken | Sarah Lang (6. September 2024). How to create your own fine-tuning or training dataset for computer vision using Supervisely. LATEX NINJA'ING AND THE DIGITAL HUMANITIES. Abgeraufen am 06. September 2024 von https://latex-ninja.com/2024/09/06/how-to-create-your-own-fine-tuning-or-training-dataset-for-computer-vision-using-supervisely/Code, Dokumentation & Daten: https://github.com/sarahalang/hab-nfdi4memory-fairDataFellow.git |
| Mariia Levchenko (Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung) | St Petersburg literary events (1999-2019) | Levchenko, M. (2024). Literary Events in Saint Petersburg (1999-2019) from SPbLitGuide Newsletters [Data set]. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.13753154 |
| Martin Prell (Leibniz-Institut für Europäische Geschichte) | Reisetagebuch zur Kavalierstour des pietistischen Fürsten Heinrich XI. Reuß-Greiz (1722–1800) | Martin Prell (6. September 2024). What You See Is What You … Have to Revise Afterwards. Digital Humanities Lab. Abgerufen am 6. September 2024 von https://dhlab.hypotheses.org/5383 Datenset auf Zendo: Prell, M. (2024). Data of Digital Scholarly Edition of the Diary of the Travel of Heinrich XI. Reuß-Greiz 1740-1742 (1.0) [Data set]. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.12917283 |
| Florian Probst (Leibniz-Institut für Europäische Geschichte) | Lohn- und Preisdaten in Rechnungsbüchern adliger Güter der Neuzeit | |
| Tomash Shtohryn (Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung) | Diskettenmagazine der 1980er und 1990er Jahre aus Polen, Tschechien und Ungarn | Shtohryn, T. (2024). Diskettenmagazine im Ostmitteleuropäischen Raum (1.0) [Data set]. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.12819914 |
