Task Area 4

34 Arbeitsgeschichte: Prozess und Alltag in historischer Perspektive

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Ein internationales Projekt mit starker außereuropäischer Beteiligung untersucht die Geschichte der Arbeit eines außereuropäischen Landes seit dem 20. Jahrhundert als Prozess- und Erfahrungsgeschichte. Zum einen beinhaltet dies die Untersuchung des Wandels von Arbeitsprozessen, Arbeitswissen und betrieblicher Arbeitsorganisation seit den Anfängen des industriellen Kapitalismus. Zum anderen liegt ein Forschungsschwerpunkt auf der Alltagsgeschichte der modernen Arbeit anhand oraler und schriftlicher Selbstzeugnisse. Da auch die Quellengrundlage auch auf vielen außereuropäischen, nichtlateinischen Sprachen basiert, entsteht im Rahmen des Projekts ein in seiner Art einzigartiger, vielsprachiger Archivbestand. Er soll nicht nur die Projektarbeit dokumentieren, sondern auch der wissenschaftlichen Öffentlichkeit als Ressource zu weiteren Forschungen Open Access zur Verfügung gestellt werden. Das wissenschaftliche Design des Projekts ist fixiert. Doch es gibt offene Fragen im Hinblick auf die Aufnahme, Erschließung und Bereitstellung des mehrsprachigen Archivbestands für eine frei verfügbare digitale Präsentation: • Welche technischen Werkzeuge sind für die Erstellung und Publikation der Daten notwendig? • Gibt es hierfür Standards und Formate, die sich besonders dafür eignen? • Wie kann das Projekt mit Fragen des Datenschutzes bei personenbezogenen Daten umgehen? Hat dies Auswirkungen auf die Lizenzierung, gerade weil eine freie Verfügbarkeit der Daten angestrebt wird? • Was muss man im Projekt beachten, damit die Daten für eine langfristige Zugänglichkeit und eine nachhaltige Speicherung aufbereitet werden?

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32 Übersicht über ältere Familiendatenbanken aus der akademischen Forschung

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Ich bin Vertreter eines überregionalen Arbeitskreises . Etliche unserer Mitglieder haben schon seit den 1970er Jahren mit personen-, haushalts- und familienbezogenen Mikrodaten geforscht. Die entsprechenden Daten liegen in unterschiedlichen Formaten vor, unter anderem in TUSTEP, Kleio, dBase, SPSS und Access. Der Arbeitskreis kann einerseits entsprechende Daten lokalisieren, andererseits auch Wissen darüber zusammentragen, wie die damaligen Projekte gearbeitet haben. Wer kann uns dabei helfen, diese Daten für die aktuelle Forschung nutzbar zu machen und dabei insbesondere mithilfe von Normdaten anschlussfähig für neue Datenbestände zu machen?

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28 Gibt es wissenschaftliche Standards für die Ahnenforschung?

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Ich steige als Privatmann gerade in die Ahnenforschung ein. Ich sehe die Ahnenforschung allerdings nicht nur als Selbstbeschäftigung, auch andere sollen etwas von den Forschungsergebnissen (und -Wegen) haben und sie bestmöglich selbst vollständig nachvollziehen können. Gibt es wissenschaftliche Standards die ich anwenden kann, um dies zu garantieren? Könnte das Forschungsdatenmanagement nicht nur die Forschungsdaten managen, sondern über den gesamten Prozess, wie man solche Daten – z.B. eben über die Vorfahren – zusammenstellt, so klar informiert, schult und berät, dass auch Anfänger den verstehen?

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23 Selbstentwickelte Tools als Open Source veröffentlichen

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Für eine private Website habe ich einen Verwandtschaftsrechner programmiert, der auf den eigenen Datenbestand auf der privaten Seite zugreift und für je 2 beliebige Personen zeigt, wie sie verbunden sind. Wie kann ich dafür sorgen, dass das Tool auch von anderen benutzt werden kann?

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22 Nutzung eines außerhalb der akademischen Forschung entwickelten Standards in der akademischen Forschung

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Unser bürgerwissenschaftlicher Verein hat ein Ortsverzeichnis entwickelt, das mit Bezug auf Deutschland und viele andere Länder Ortsnamen (in variierenden Schreibweisen), kirchliche und staatliche Zugehörigkeiten im Zeitverlauf sowie geographische Koordinaten erfasst. Die Abdeckung auf Ebene der Siedlungsplätze (also unterhalb der Gemeinden) beträgt für das späte Kaiserreich bereits etwa 80%. Das Verzeichnis liegt als Open Data vor und ist über einen Webservice abrufbar. Im bürgerwissenschaftlichen Bereich haben wir damit einen Standard gesetzt. Wie können wir erreichen, dass dieses System sich auch im akademischen Bereich als Standard etabliert?

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20 Inhaltsanalyse preußischer Regierungsberichte aus dem Rheinland

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In einer kleinen Forschergruppe wollen wir die Berichte der rheinischen Provinzialregierungen an den preußischen König in den ersten Jahrzehnten nach der Annektion untersuchen. Uns interessiert dabei, welche Themen die im Aufbau befindliche Verwaltung hatte, wie sie diese Themen an den König herantrug und ob es dabei unterschiede zu den alten preußischen Provinzialverwaltungen gab. Um die große Textmenge bearbeitbar zu machen und um möglichst unvoreingenommen an die Quellen heranzutreten wollen wir eine Inhaltsanalyse mit einem Topicmodell vornehmen. Das erste Problem, das sich dabei stellt ist natürlich die Digitalisierung großer handschriftlicher Textmengen. Dieses Problem lässt sich mit dem Programm Transkribus jedoch schon sehr gut lösen. Als weiteres Problem erweist sich die Frage, wie die Daten gespeichert werden sollen. Auf der einen Seite sollten für die Berechnung des Topicmodells einzelne Textabschnitte als mit Metadaten (Regierungsbezirk, Jahr, Monat) versehene Variablen vorliegen. Auf der anderen Seite sollten die Daten auch in Ihrer Dokumentenstruktur gespeichert und mit einer XML-TEI Auszeichnung versehen werden, um sie als Editon zu veröffentlichen. Hier braucht es eine flexible Datenbanklösung, die mehrere Zuordnungen erlaubt. Zuletzt stellt sich die Frage, mit welchem Programm das Textmining vorgenommen werden soll. Konventionelle Statistikprogramme wie STATA und R sind dazu in der Lage. Der Zugang zu diesen Programmen stellt aber sicherlich für Viele im Fach eine Hürde da. Hilfreich wäre es ein webbasiertes Tool zu haben, das intuitiv zu bedienen ist. Zwar existieren auch hier schon entsprechende Webseiten (bspw. Voyant-Tools, Lexos). Diese sind aber stärker auf die Literaturwissenschaft ausgerichtet und haben für die historische Arbeit einige Nachteile. So ist die Arbeit mit Metadaten (Zeitinformationen) schwierig, außerdem wird der Arbeitsstand auf Fremdservern gespeichert und eine Dokumentation der einzelnen Arbeitsschritte ist nicht vorgesehen. Eine speziell auf das historische Arbeiten zugeschnittene Lösung, die die hier skizzierten Nachteile umgeht wäre sicherlich hilfreich. Grade auch, um die Methoden des Textminings breit im Fach zu verankern.

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19 Digitale Quellenkritik bedenken

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Vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen als Hochschullehrerin scheint es mir so zu sein, dass die Geschichtswissenschaften digitale Ressourcen noch kaum als neuen und auch relevanten Lehrinhalt etabliert haben. Das bringt auch mit sich, dass die Quellenkritik bspw. zu digitalisierten und "born digital" Quellen noch zu wenig in der Fachkultur verankert ist. Das bringt Probleme für die Lehre mit sich, wenn es darum geht, Studierenden die Komplexität der digitalen Quellenkritik zu vermitteln, Fragen von Authentizität, Qualität usw. zu diskutieren. Da hilft der reine Bezug auf formale Standards nicht viel weiter. Es braucht einen im Fach verankerten, kritischen Diskurs. Das schließt auch ein viel aktiveres Rezensionswesen ein, als dies bspw. für digitale Quellensammlungen (auch Forschungsdatenpublikationen) bislang der Fall ist. Aber vermutlich müsste das Fach dann auch über die Reputation von digitalen Publikationen und den Aufwand, diese adäquat zu besprechen, diskutieren.

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18 Erfassung, Geo-Lokalisierung und Visualisierung von handschriftlich verfassten Massendaten

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Seit einiger Zeit arbeite ich mit einer kleinen Gruppe an der Zusammenstellung von Glockengussdaten. Dabei handelt es sich um Informationen, die 1940/41 anlässlich der bevorstehenden Einschmelzung der Glocken auf Karteikarten gesammelt wurden, insgesamt etwa 20.000. Für uns von Interesse sind Standort der Glocke (1940/41) und Zeitpunkt des Glockengusses (z.T. zurück bis ins 11. Jh.). Da Glocken fast nie den Standort wechseln, soll im Endergebnis eine Art dynamische Heatmap über die Jahrhunderte gezeigt werden, wann wo besonders viele oder wenig Glocken gegossen wurden. In Ermangelung wirtschaftsstatistischer Daten wäre das eine Art Proxy-Variable für wirtschaftliche Konjunkturen (das ist jetzt alles sehr grob vereinfacht). Alle Karteikarten liegen in digitalisierter Form vor. Unser erstes Problem betrifft die Übertragung der relevanten Daten (v.a. Standort und Glockengussdatum) von der handgeschriebenen Karteikarte in eine Tabelle. Wo finden wir Informationen darüber, welche Software sich für das Einlesen relativ standardisierter, aber eben handgeschriebener Daten eignet? Wieviel Nachkorrekturen sind ungefähr nötig? Um zweitens eine Glocke mit vertretbarem Aufwand georeferenzieren zu können, benötigen wir eine Zuordnung des Ortsnamens von 1940/41 zu einer Geo-Position. Wo finden wir eine Übersicht über entsprechende Datenbanken? Erschwerend kommt hinzu, dass 1940/41 selbständige Gemeinden heute nur noch Stadtteile oder unselbständige Teilgemeinden sind. Drittens schließlich stellt sich die Frage der Visualisierung. Die politischen Grenzen haben sich vom 11. Jahrhundert bis 1941 immer wieder geändert. Gibt es historische Karten, die es erlauben würden, auf der dynamischen heatmap die korrekten jeweiligen Grenzverläufe zu visualisieren (etwa in 50-Jahres-Abständen)?

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17 Sonden in die entstehende Konsumgesellschaft: Hamburger Importzolldeklarationen, 1736-1798

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Aus Hamburg sind aus den Jahren 1736-1798 für 36 Jahre total 180.000 individuelle Importzolldeklarationen aus dem seeseitigen Handel erhalten. Die Deklarationen enthalten u. a. die Namen der Importkaufleute, Bezeichnungen der verzollten Waren, eine Schätzung von deren Wert, Herkunftsort der Schiffsreise und Datum. Es handelt sich um einen der umfangreichsten und wichtigsten Bestände zur deutschen Handelsgeschichte des 18. Jahrhunderts. Es eignet sich zur Analyse der Anfänge der Konsumgesellschaft in Deutschland, der Verbreitung des Konsums von Kolonialwaren, der aggregierten Entwicklung der deutschen Außenwirtschaft sowie (allerdings nur selektiv) der Aktivitäten individueller Kaufleute. Das Material wurde im Rahmen des Projekts zur Historischen Statistik Deutschlands erhoben und unterschiedlich aggregiert publiziert (Schneider et al. 2001). Um sie analysierbar zu machen, wurden die Daten in eine MS-Access-Datenbank eingebettet, die insbesondere Handelsgüter nach Güterklassen bzw. Herkunftsorte nach Ländern und Regionen zusammenzufassen erlaubt. Die Datenbank zirkuliert informell in verschiedenen Fassungen und hat bisher wenigstens zwei Publikationen zur Grundlage gedient. Das Erkenntnispotential des Korpus ist damit längstens nicht erschöpft. Die problem story kreist damit um die Herausforderung, diese wichtige Datenbank Forscher*innen leicht zugänglich zu machen. Hierzu muss (1) die Datenbank noch weiter geputzt werden, was Aufgabe der damit Arbeitenden (unter Einschluss des Schreibenden) ist. (2) müssen die existierenden Datenbankabfragen zu einem geschlossenen Interface ausgebaut werden, wozu ein gewisser Beratungsbedarf besteht, da die Kompetenz wenigstens des Schreibenden im Bereich der Entwicklung von Datenbankanwendungen begrenzt ist. (3) muss ein Datenarchiv gefunden werden. (GESIS hat die Annahme historischer Forschungsdaten eingestellt.) (4) eignen sich zentrale, aggregierte Zeitreihen für eine historische Statistik. Einschlägig wäre HISTAT, aber GESIS hat die Weiterentwicklung von HISTAT eingestellt. Benötigte Services sind somit: (i) Einschlägiges Datenarchiv; (ii) Unterstützung bei der Aufbereitung einer Datenbank für ein Datenarchiv; (iii) Weiterentwicklung von HISTAT.

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16 Digital Literacy am Projektstart

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An der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz bin ich tätig im Projekt Regesta Imperii und als Projektleiter von DFG-Projekten.
Dabei kommen immer wieder andere DFG-Projekte mit der Bitte auf mich zu, beim digitalen Start zu helfen. Fragen drehen sich z.B. um
Welche Programme für die Datenaufnahme ?
Welche Datenmodellierung kann genutzt werden ?
Wo können die Daten gespeichert werden ?

Wie sieht unsere Datenmodellierung konkret aus ?
Meist finden wir gemeinsam schnell eine Lösung, mit der das Projekt starten kann. Nach einigen Monaten gibt es nochmal ein Treffen um weitere Fragen zu klären.
Eigentlich benötigt jedes DFG-Projekt welches nicht eine eigene IT-Stelle beantragt hat oder keinen Zugriff auf institutionelle Unterstützung hat eine solche Anfangsbetreuung, die auch finanziell vergütet werden sollte.
Vielleicht könnte man einen Anteil des Overheads in Form von Beratungsgutscheinen an die Projekte geben, die diese dann gegen diese Dienstleistung eintauschen könnten.

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